Page 56 - Entlebucher Brattig 2023
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                   «Out of the Box»­Denken
                   Im Gespräch mit den drei Geistlich-Mitarbeitenden
                   bekomme ich das Gefühl, dass für deren Arbeit im
                   Bereich Forschung und Entwicklung nebst Offenheit,
                   Kreativität, Ausdauer und Begeisterungsfähigkeit auch
                   eine gehörige Portion Optimismus gehört. Sobald ich sie
                   auf ihren Umgang mit Rückschlägen, Misserfolgen oder
                   Stillständen anspreche, bekomme ich ähnliche Antwor-
                   ten: Herausfinden, wieso es nicht wie geplant geklappt
                   hat. Probieren, Vorgang verstehen, besser machen und
                   von Neuem probieren. «Out of the Box»-Denken, also
                   ein Überlegen über gängiges Vorgehen hinaus, um zu
                   neuen Lösungsideen zu kommen. Hier kommt auch wie-
                   der die interdisziplinäre Zusammenarbeit über verschie-
                   dene Berufsgruppen zum Zug. Je nach Vorwissen und
                   Erfahrung sieht jeder Mensch eine andere Einzelheit
                   eines Problems und dementsprechend einen anderen
                   Ansatzpunkt für dessen Bewältigung. Kommt hinzu,
                   dass sogenanntes «Firmen-Know-how» zu einem guten
                   Teil nicht in Computern, Ordnern oder Archiven lagert,
                   sondern vielleicht irgendwo in einem Regal rumsteht.
                   Manchmal entsteht bei einem vermeintlichen Fehler ein
                   Produkt, das nicht die gewünschten Eigenschaften hat
                   und dann irgendwo versorgt wird. Wenn später etwas
                   anderes entstehen soll, sind vielleicht genau diese Eigen-
                   schaften gefragt. In solchen Situationen ist es gut, wenn
                   sich jemand aus der Belegschaft daran erinnert.

                   Manchmal entsteht ein passendes Produkt beinahe
                   zufällig. Carla Zihlmann erzählt in diesem Zusammen-
                   hang von einem Chirurgenkongress in Mailand. Einer
                   der Teilnehmer hatte die Firma Geistlich mit der Entwick-
                   lung eines bestimmten Produkts beauftragt. Da niemand
                   eine wirklich zündende Idee hatte, hätten sie kurz vor
                   dem Termin provisorisch etwas «zusammengebastelt».
                   Überraschenderweise sei dann die Rückmeldung gewe-
                   sen, dies sei genau jenes Produkt, das sie bräuchten!


                   Bestimmt begegnen wir in Zukunft weiterhin Produkten
                   aus den Räumen dieser Wolhuser Firma. Wir sind
                   gespannt – und «gwundrig»!

                   René Egli-Husmann
                   Mitglied der Brattig-Kommission
















                                                                         [Bilder: zVg]
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