Page 54 - Entlebucher Brattig 2023
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Firma Geistlich, Wolhusen:
Gwunder in der Forschung
René Egli-Husmann
Die Firma Geistlich, das bekannte Familienunternehmen Interdisziplinäre Arbeit in Forschung und Entwicklung
am (unteren) Tor zum Entlebuch, 1851 gegründet, war
lange bekannt für seinen Leim oder auch für Düngemittel. Über innovative Geistlich-Produkte ist in den Medien
Einem grossen Teil der Bevölkerung von Wolhusen und immer wieder berichtet worden. Aber was geschieht
Umgebung kommt in diesem Zusammenhang relativ bald denn nun hinter den Zäunen und Mauern zwischen der
der Geruch – oder besser – Gestank in den Sinn, der das Kleinen Emme und den Geleisen beim Bahnhof Wolhu-
Dorf in früheren Zeiten eingehüllt hat. Die übelriechende sen konkret? Wer arbeitet hier? Wie entwickelt sich eine
Verarbeitung von Tierknochen gehört jedoch seit Beginn Idee zu einem fertigen Produkt? Die Entlebucher Brattig
des neuen Jahrtausends der Vergangenheit an. Zwar ist wurde ob dieser Fragen «gwundrig» und hat sich mit
die Arbeit mit Knochen und Gewebe geblieben. Heute Mitarbeitenden der Firma Geistlich unterhalten. Cornel
geht es aber darum, wie diese Materialien in der Medizin Imhof (Director Material Development & Production
eingesetzt werden können: Vereinfacht gesagt: die Firma Technologies), Birgit Schäfer (Senior Executive Scientific
Geistlich lässt Knochen gezielt wachsen und regt abge- Manager) und Carla Zihlmann (Product Development
nutzte Knorpel oder Gewebe zum Regenerieren an. Engineer) haben sich bereit erklärt, über ihre Arbeit in
den Bereichen Forschung und Entwicklung zu sprechen.
Die englischsprachigen Funktionsbezeichnungen deuten
darauf hin, dass hier international gearbeitet wird: Das
Unternehmen ist in rund 100 Ländern aktiv.
Die drei Personen kommen aus verschiedenen Fachrich-
tungen und betonen, dass sie mit ihrer Arbeit etwas
Nützliches tun wollen, womit sie anderen Menschen hel-
fen können. Zudem schätzen sie besonders die Zusam-
menarbeit von verschiedenen Disziplinen als äusserst
befruchtend. Cornel Imhof ist überzeugt, dass die Firma
dafür genau die richtige Grösse hat: Es gibt genügend
finanziellen Spielraum, um verschiedene Fachbereiche
selber führen und gewisse finanzielle Risiken eingehen
zu können. Gleichzeitig sind die verschiedenen Bereiche
mit den jeweiligen Experten alle am selben Standort,
was beim gegenseitigen Austausch hilfreich ist.
«Wir rechnen in Jahren»
Dass der 50-jährige gebürtige Muotathaler heute über-
haupt bei Geistlich arbeitet, ist unter anderem seinem
«Gwunder» zu verdanken: Ihm ist beim Stelleninserat
der Satz aufgefallen: «Schweizerdeutsch von grossem
Vorteil.» Seine Neugierde hat sich ausbezahlt, und
17 Jahre später ist Cornel Imhof in der Verfahrensent-
wicklung für die Produktion von hochspezialisierten

