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die kleinen «Neugierwesen» ihr Umfeld vor Heraus-
forderungen, schliesslich braucht alles seine Zeit.
Jemand muss die leer geräumten Schubladen wieder
einräumen oder das Kind beim Treppensteigen beglei-
ten. Und bisweilen stellen Kinder sehr überraschende
Warum-Fragen, deren Beantwortung uns fordert. Dabei
ist es nicht nötig, stets eine detaillierte Antwort bereit
zu haben. Wenn das Kind zum Beispiel fragt, warum
die Glühbirne nach dem Drücken des Schalters leuchtet,
ist kein physikalischer Vortrag über den Stromkreislauf
nötig. Dieser würde das Kind überfordern und so eher
von weiteren Fragen abhalten. Um das Denken des Kin-
des anzuregen oder sich etwas Überlegungszeit zu ver-
schaffen, helfen manchmal auch Gegenfragen wie «Was
vermutest du?».
Was beeinflusst die Neugier der Kinder?
Zeit geben, Erfahrungen ermöglichen und auf Fragen Kinder beobachten mit grosser
eingehen unterstützen die kindliche Neugier und damit Neugier die Schnecken.
[Bild: zVg]
das Lernen. Daneben haben zahlreiche weitere Faktoren
einen Einfluss. Beispielsweise entwickeln Kinder zusam- Neugierig, auch im Erwachsenenalter?
men mit ihrer Persönlichkeit auch ihre eigenen Interes-
sensgebiete. Unterschiede zeigen sich bereits früh: Das Kindliche Neugier ist von der Natur eingerichtet, um das
eine Kind ist von Tieren fasziniert, während das andere Lernen und die Entwicklung voranzutreiben. Im Verlaufe
sich unheimlich für Wasser interessiert. Die Neugier der Kindheit und im Übergang zum Erwachsenenalter
der Kinder wird zudem von ihren Talenten geleitet. Ein nimmt die Neugier entwicklungsbedingt etwas ab – ähn-
musikalisch begabtes Kind wird wissbegierig die Welt lich wie der Spieltrieb. Da man jedoch bekanntlich nie
der Klänge erkunden und sich einstellende Erfolgserleb- ausgelernt hat und unsere Welt nach lebenslangem Lernen
nisse und Bestätigungen werden das bereits vorhandene verlangt, gilt es, ein Stück der kindlichen Neugier und
Interesse weiter fördern. Lernfreude auch im Erwachsenenalter zu erhalten und die
Auch das soziale Umfeld beeinflusst die Neugier. Grund Welt mit offenem Blick zu betrachten.
dafür ist unter anderem die oben erwähnte «soziale Neugierige Menschen verändern die Welt – im Grossen
Neugier», durch welche Kinder sich für die Menschen und im Kleinen.
in ihrem Umfeld interessieren und sich an ihm orientie-
ren. Als Vorbilder beeinflussen die Bezugspersonen die Yvonne Vogel, *1975, Entlebuch, Primarlehrerin und
Richtung der kindlichen Neugier. Mit feinen Antennen Psychologin, aktuell an der Pädagogischen Hochschule
nehmen Kinder wahr, was von ihnen erwartet wird und Zürich tätig
wofür sie Bestätigung erhalten.
Quellen:
• Aronson, E., Wilson, T. D., & Akert, R. M. (2014). Sozialpsychologie
Die Schule bietet den Kindern die Chance, den Fokus (Always Learning, 8., aktualisierte Aufl.). Hallbergmoos: Pearson.
zu erweitern und interessante Gebiete zu entdecken, mit • Blickhan, D. (2018). Positive Psychologie: Ein Handbuch für die
welchen sie im rein familiären Umfeld nicht in Kontakt Praxis. Junfermann Verlag GmbH.
gekommen wären. Es gehört zu einer der anspruchsvolls- • DAK Gesundheit, fit4future (o. D.). Kindliche Neugier – so halten
ten Aufgaben von Lehrpersonen, bei den Schul kindern Sie diese am Laufen. https://kids.fit-4-future.de/blog/
die Neugier auf den Lernstoff zu wecken – da wo Neugier kindliche-neugier-so-halten-sie-diese-am-laufen
und Interesse sind, fällt das Lernen besonders leicht. • Largo, R. H. (2019). Lernen geht anders: Bildung und Erziehung
vom Kind her denken. Piper ebooks.
In meiner Tätigkeit als Lehrerin erwies es sich dabei als • Mackowiak, K., Lengning, A., & Trudewind, C. (2014). Welche
hilfreich, Wahlmöglichkeiten zu schaffen. Es ist faszinie- Bedeutung hat die kindliche Neugier und wie lässt sich diese
rend, mit welchem Engagement sich Kinder mit einem unterstützen? https://www.familienhandbuch.de/babys-kinder/
selbst gewählten Thema beschäftigen und dabei beim bildungsbereiche/selbststaendigkeit/WelcheBedeutunghatdie-
kindlicheNeugier.php
Lernen über sich hinauswachsen. • Sachser, N. (2004). Neugier, Spiel und Lernen: Verhaltensbiolo-
gische Anmerkungen zur Kindheit. Zeitschrift für Pädagogik, 50(4),
475-486.

