Page 133 - Entlebucher Brattig 2023
P. 133
132
Das Projekt des Elias Muster
Peter Lohri
Zugegeben: Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gross. Trotz- bergs sogar weisse Salz-Pisten errichten, die nicht auf
dem: Könnte ja sein, dass sich irgendwann ein Entlebucher Beschneiungsanlagen angewiesen wären und das ganze
als Multi-Milliardär outet, der – ähnlich wie Tesla- Chef Jahr in Betrieb sein könnten; man fände sicher techni-
Elon Musk – nicht weiss, was er mit seinem gigantischen sche Möglichkeiten, eine schädliche Versalzung der
Reichtum Vernünftiges anfangen soll. Dann könnte man Alpweiden zu vermeiden.
diesem Krösus zum Beispiel vorschlagen, im grossen Stil
Meerwasser hierher transportieren und es dann zu Süss- Die Bewirtschaftung des gewonnenen Süsswassers
wasser umwandeln zu lassen; solches wird auch hier müsste letztlich auf genossenschaftlicher Basis erfolgen,
vermutlich öfters zur Mangelware werden. Was wir vom um die Entstehung einer Wasser-Mafia zu verhindern, wie
köstlichen Nass nicht selber bräuchten, könnten wir ja man sie schon jetzt in anderen Ländern kennt. Priorität
exportieren, zum Beispiel unter der Marke «Entlebucher hätten sicher einmal das Spital Wolhusen, alle Alters-
Sprudel, echt Biosphäre»! und anderen Heime, die Feuerwehren, die Werkdienste
der Gemeinden etc. In jedem Fall müssten unsere bewähr-
Natürlich müsste zuerst im Rahmen eines Pilotprojekts ten Wasser-Genossenschaften in ein entsprechendes
abgeklärt werden, welches Vorgehen das geeignete wäre. Konzept eingebunden werden.
Klar ist: Es wäre unsinnig, aufbereitetes Süsswasser
über weite Strecken zu transportieren; die Gefahr wäre
zu gross, dass irgendwo zwischen dem Meer und dem
Entlebuch die Leitung von Unbefugten angezapft würde.
Apropos Leitung: Es soll niemand sagen, eine solche
wäre ein Ding der Unmöglichkeit; die Erdgas- Leitung
wurde seinerzeit auch innert nützlicher Frist erstellt!
Zweckmässig wäre es wohl nicht, für unsere Region nur
eine grosse Entsalzungsanlage zu errichten. Vielmehr
könnte – zum Beispiel von der Regio West – eine Art Wett-
bewerb zwischen verschiedenen Gemeinden lanciert
werden; der erfolgreichsten würde jeweils am Schluss
des Jahres ein «Prix Eau douce» verliehen. Natürlich
müsste die Entsalzung ganz ohne CO -Emissionen erfol-
2
gen, also vermutlich mit Sonnenenergie. Solche wird –
im Gegensatz zum Wasser – in den nächsten Jahrzehnten
sicher im Überfluss vorhanden sein. Mit dem anfallen-
den Salz könnte man dann – irgendwo auf einer gänzlich
ausgetrockneten Wiese – im Lauf der Jahre eine grosse
Pyramide errichten und diese als touristische Attraktion
vermarkten. Allenfalls liessen sich an den Hängen Sören-

