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Susanne Dängeli
Aktuelle Projekte und Themen –
schon früher im Gespräch
Im Herbst 2023 wird das Wasserkraftwerk Waldemme eröffnet. Krutacher, Knubelmoos, Rümlig und Eigenthal projektiert. Für
Nach mehrjährigem Vorlauf und einer Redimensionierung des das oberste Staubecken war eine Staumauer von 68 Metern
Projektes nahm die CKW den Bau 2022 in Angriff und wird in Höhe und 450 Metern Breite vorgesehen und das Wasser hätte
Zukunft von der Kraft des Wassers im Waldemmental profitie- bis nahe an das Dorf Flühli herangereicht (siehe Projekt-
ren. Bereits mehr als ein Jahrhundert früher gab es diesbe- skizze). Auch dieser Versuch blieb nicht der letzte, es gab wei-
NATUR
züglich noch viel grössere Pläne. tere Vorstösse, die allerdings alle erfolglos blieben.
Verschiedene Wasserkraft-Ideen
Nach der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert stieg
die Nachfrage nach Elektrizität. Aus diesem Grund war auch
die Wasserkraft vermehrt im Fokus. Es wurden verschiedene
Projekte eingereicht und abgeklärt, wobei die Entlebucher Be- Mundart
völkerung mehrmals die Opposition ergriff. 1919 gab ein Kon-
sortium, dem die Escher-Wyss & Cie., Zürich, und lokale Poli-
tiker angehörten, ein Gesuch für das Grossprojekt
«Waldemme-Sempachersee» ein. Man wollte damit die Was-
serkraft der Kleinen Emme nützen und für die Wintermonate
speichern. Während die Idee, Vierwaldstätter- und Zugersee LOKALES
als Staubecken zu verwenden, aufgrund des Landschaftsbil-
des und der «hochwertigen Siedlungen» an den Ufern dieser
Seen schnell verworfen wurde, sah man beim Sempachersee
diese Problematik nicht. Während in diesem Projekt der Stau-
see oberhalb der Lammschlucht bis ans Dorf Flühli herange-
reicht hätte, erarbeiteten die CKW gar ein Szenario, bei dem
Flühli geflutet worden wäre. In Schüpfheim waren beim Kon-
sortiumsprojekt ein Ausgleichsbecken und die erste Produk-
tionsstufe geplant, in Entlebuch wäre die Grosse Entle im
Burgwald hinter Entlebuch gestaut worden. Auch der Rümlig-
bach sollte gefasst und oberhalb von Schachen mit dem Kanal
aus Entlebuch vereint werden. Mit all diesem zugeführten
Wasser hätte man beim Sempachersee mit Wasserstandsände-
rungen von 17 Metern gerechnet. Besonders die Bevölkerung
rund um den Sempachersee opponierte und nach geologi-
schen Gutachten, welche die Bedingungen für Stauräume im
Entlebuch negativ einschätzten, starben die verschiedenen Diese Skizze zeigt Überlegungen
Projekte. des Eidgenössischen Wasserwirt-
1935 führte das eidgenössische Wasserwirtschaftsamt schaftsamtes aus dem Jahre
1935, als die Bäche der Region
eine neuerliche Studie durch. Es wurden die drei Werke Krut- gestaut hätten werden sollen.
acher (Flühli–Schüpfheim), Eigenthal (Schwarzenberg) und [Bild: aus Blätter für Heimat-
Rümlig (Entlebuch–Schwarzenberg) mit den vier Staubecken kunde aus dem Entlebuch, zVg]

