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Die Köhlerei wird in Romoos seit bald
200 Jahren betrieben, inzwischen
mehr aus Liebe zu diesem Handwerk
denn aus wirtschaftlichen Gründen.
Die Holzkohle wird ausschliesslich
über Otto's verkauft.
[Bild: Simon Meyer]
Holzkohle aus Romoos
In Romoos war die Köhlerei für lange Zeit ein wichtiger plätze, davon sind acht in Betrieb. Auf diesen werden pro Jahr
Gewerbezweig. In den Anfängen wurde die Kohle vor allem von von sieben bis acht Köhlern 11 bis 15 Meiler angezündet, was
Gold- und Kupferschmieden verwendet, später auch zur Her- rund 100 Tonnen Holzkohle ergibt. Alleiniger Abnehmer und
stellung von Schwarzpulver. Im 19. Jahrhundert entwickelte Verkäufer der Grillkohle ist heute Otto's, und pro Sack bezahlt
sich die Köhlerei in Romoos aufgrund des geringen Holzwertes man rund 25 Franken.
sowie der beschwerlichen Wegverhältnisse. Um 1850 gab es in
der Gemeinde über 100 Holzköhlerplätze. Die Hauptabnehmer
in dieser Zeit waren die Hammerwerke in Emmenweid und Kriens Susanne Dängeli
sowie die Eisenwerke in Gerlafingen. Ein Sack Holzkohle kos- Mitglied der Brattig-Kommission
tete zu dieser Zeit 70 Rappen bis 1 Franken. Nach einer ersten
Blütezeit um 1870 führte das erhöhte Verkehrsaufkommen zu
vermehrtem Import von Schwarzwald- und Steinkohle und die
Nachfrage nach Holzkohle ging zurück. Die Köhlerei wurde in
Romoos aber nie ganz aufgegeben und blühte zur Zeit des
Zweiten Weltkrieges erneut auf. Sie leistete auch einen Bei- • Emmenegger Emil, Vergessene Industrien, Gewerbe und Handwerke im
trag an die wirtschaftliche Landesverteidigung. In der Nach- Entlebuch, in: Blätter für Heimatkunde aus dem Entlebuch, 1971.
kriegszeit sank die Nachfrage erneut, aber auch jetzt ver- • Marti Hans, Milchzucker aus dem Entlebuch, in: Blätter für Heimat-
mochte sich die Köhlerei zu erhalten und wird bis heute prak- kunde aus dem Entlebuch, 1969.
tiziert. Aktuell gibt es in Romoos noch insgesamt 13 Köhler- • Duss Paul, Romoos, 1982.

