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                   Schwand 66 Prozent aller Rodungsnamen im Entlebuch. Er    Schwändi und Brand
                   kommt in allen Gemeinden unserer Talschaft vor. Interessant   Der Name Schwändi ist im Entlebuch ab dem 15. Jahrhun-
                   ist, dass man sowohl einen femininen wie auch einen masku-  dert belegt. Bei diesem Typus ist der Rodungscharakter noch
                   linen Typus kennt. Der feminine Typus die Schwand ist älter   viel stärker belegt und steht unmittelbar damit in Verbindung.
                   und schon ab dem 12. beziehungsweise 13. Jahrhundert be-  Heute sind die Schwändi-Namen vielfach Siedlungsnamen mit
                   legt. Die maskulinen Schwand-Namen erscheinen dagegen   mehreren Liegenschaften. Oftmals sind aus der Schwändi die
                   erst ab dem 17. Jahrhundert. Die Bezeichnung der Schwand   Hofnamen Schwändili hervorgegangen.
                   wird dabei weniger von der Rodungsart abgeleitet, sondern   Die Bezeichnung Brand deutet auf Stellen hin, die mit
                   meint vielmehr «einen Hang, mächtiger als eine Halde, doch   Feuer gerodet wurden – oder wo Wald oder ein Gebäude unge-
                   weniger steil als ein Stalden, höher zwar als der Hang eines   wollt dem Feuer zum Opfer fiel. Liegenschaften mit dem
                   Raines, doch nicht so hoch als der eines Gesteigs.»   Grundwort Brand gibt es in allen Entlebucher Gemeinden. Wir
                       Auch der oder die Schwand ist häufig mit einem Bestim-  finden dabei in der Zusammensetzung mit Brand vom Brand-
                   mungswort zusammengesetzt. Von einem Personennamen her   güetli in Entlebuch über die Brandmöser in Flühli bis zur
                   rühren die Schüpfheimer Liegenschaftsnamen Folischwand   Brandsegg in Escholzmatt mehrere Flurnamen. Nicht auf die
                   (Folcho, Folko), Willischwand (Willo) oder Wernischwand   Rodungsart Brand zurück geht hingegen der Hofname Brand-
                   (Wärni, Werni).                                       hüsli in der Gemeinde Werthenstein. Er stammt nachweisbar
                                                                         vom Familiennamen Brand ab und hat sich von (des) Branden
                       Habschwanden und Doppleschwand                    Hüsli zu Branderhüsli gewandelt.
                       Wir kennen aber auch Ortsnamen im Zusammenhang mit
                   Schwand wie zum Beispiel Habschwanden oder Dopple-                                                            NATUR
                   schwand. Doppleschwand ist für 1275 mit Togelswande und
                   1314 mit Togoltschwand überliefert. Gemäss einer Urkunde
                   von 1515 gibt im Jahr 1287 ein Wernherus de Volchliswandon
                   sutor (sein Eigengut in) Volkliswandon (dem Gotteshaus St.
                   Urban). Im Jahrzeitbuch der Pfarrei Doppleschwand findet
                   man um 1489 «einen Urich in der Schwand und Heidwig sin                                                       Mundart
                   Ehewirttin … ab dem Guott in der Schwand in der Kilchöri To-
                   bellschwand gelegen, stoost an die Hohfuhren weyd … an die
                   Fundtthannen … ans Sigristen Pfründ weyd». Die ältesten ur-
                   kundlichen Belege weisen auf einen althochdeutschen Perso-
                   nennamen Togwalt und den Rodungsbegriff schwanden hin. Er   Bramboden
                   bezeichnet ursprünglich eine Geländestelle, die gerodet                                                       LOKALES
                   wurde, vermutlich von einem Siedler namens Togwalt. Daraus   Bramboden
                   hat sich der heutige Ortsname ergeben.                    Der  Ortsname  Bramboden  wurde  früher  als  «bräma,
                                                                         bräme» gedeutet, was so viel wie «Dornstrauch, Brombeer-
                                                                         strauch» bedeutet. Erika Waser geht jedoch aufgrund von his-
                                                                         torischen Belegen davon aus, dass im ersten Namensteil der
                                                                         Rodungsname Brand steckt. Im Jahrzeitbuch der Pfarrei Ro-
                                                                         moos von 1608, einer Kopie der Nennung von 1481, werden die
                                                                         Bezeichnungen «Brandboden, Branboden» erwähnt, was spä-
                                                                         ter zu Bramboden führte.
                                                                             Heute werden die Rodungsnamen nicht mehr so differen-
                                                                         ziert gebraucht. Was geblieben ist, ist das Schwendten an
                                                                         Wald rändern oder im Alpgebiet, damit die Weiden nicht von
                                                                         Gestrüpp überwachsen werden.



                                                                             Guido Schumacher, *1955, Schüpfheim,
                                                                             Hobby-Namensforscher
                                                                             •  Waser Erika, Die Entlebucher Namenslandschaft, Luzern 1988.
                   Schwand, Schüpfheim                                       •  Waser Erika, Die Orts- und Flurnamen des Amtes Entlebuch, 1,1 und
                                                                              1,2, Hitzkirch, 1996.
                                                                             •  Glanzmann Alexis, Reise in eine bessere Heimat – Auswanderung aus
                                                                              dem Entlebuch im 19. Jahrhundert (Maturaarbeit), 2016.
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