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NATUR
[Bild: zVg Guido Schumacher]
Eine Privatklinik in Schüpfheim
Auch das Gesundheitswesen ist ein stets präsentes Thema 1 Der Sohn von Dr. Robert Fischer Mundart
in Politik und Gesellschaft. Gerade die Diskussionen, ob und war übrigens ebenfalls Arzt: Es war
in welcher Form das Spital Wolhusen weiter bestehen soll, ist Dr. Hugo Fischer-Bucher
hochaktuell. Mitte 1972 wurde der Betrieb in Wolhusen suk- (1901 – 1978), der seine Landarzt-
zessive aufgenommen. Im Entlebuch gab es im Vorfeld des praxis in Escholzmatt führte.
Er war mit der Escholzmatterin
Baus Diskussionen, ob dies wohl der richtige Standort sei. Martina Bucher verheiratet, deren
Heute diskutiert man, in welcher Form das Spital erhalten Enkelin Andrea Blunschi das Buch LOKALES
bleiben soll. Möglicherweise etwas weniger bekannt ist die «Die Frau des Dorfarztes und der
Wehrmachtsoffizier» verfasste und
Tatsache, dass es zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch in damit die Geschichte ihrer Gross-
Schüpfheim eine Klinik gegeben hat. Die chirurgische Privat- mutter aufarbeitete.
klinik mit 15 Betten wurde von Dr. Josef Fischer gegründet. Er
hatte die Praxis von seinem Vater übernommen und baute sie
zur Klinik aus. Der gute Ruf der Klinik reichte weit über die Re-
gionsgrenzen hinaus und bescherte viel Arbeit und chirurgi-
sche Operationen. Unterstützt wurde Fischer von seinem Bru-
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der Robert , ebenfalls Arzt. Der prominenteste Patient dürfte
wohl Lenin gewesen sein, der sich wegen einer Kiefereiterung
1915 in die «Fischer-Klinik» begab und den Abszess dort ent-
fernen liess. 1920 wurde die Klink nach dem Tode Josef Fi-
schers an Dr. Boesch weitergegeben, der sie bis 1924 führte.
Es folgte Dr. Eugen Specker. Mit seinem Wegzug 1929 ging die
Klinik ein und wurde zunächst als Allgemeinpraxis weiterge- • Steger Martin, Nicht realisierte Stauseeprojekte, in: Mitteilungen der
führt. 1958 kaufte die Kantonalbank das Fischerhaus, riss es Naturforschenden Gesellschaft Luzern, 33 (1993).
ab und baute an seiner Stelle das Bankgebäude, in welches • Emmenegger Emil, Elektrizitätswerke und projektierte Werke im Ent-
ebenfalls wieder eine Arztpraxis integriert war. lebuch, in: Blätter für Heimatkunde aus dem Entlebuch, 42 (1969).
• https://www.zentralplus.ch/wirtschaft/
als-luzern-das-erdoel-suchte-667355/
• Emmenegger Emil, Schüpfheim im Wandel der Zeiten, 1978.
Susanne Dängeli • Wicki Otto, Die erste Klinik im Entlebuch, in: Blätter für Heimatkunde
Mitglied der Brattig-Kommission aus dem Entlebuch, 49 (1976).

