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                   De wersch du gseh, du wersch vöu vöu meh Chraft ha weder aus du etze hesch.» Är het ihm die
                   Wörze gäh, het adiö gseit ond esch gange. Vo det a macht de Daniel das jede Morge: Immer vor
                   Sonne-Ufgang bisst är dröimau dri ond är merkt, wi sini Chraft zuenemmt. Me gseht ehm's ned
                   a: Är bliibt ä Gränggu, aber ä Gränggu met ganz ganz vöu Chraft. Im Herbscht, wo mau Vatter
                   ond Muetter ond die zwe Brüedere of d'Aup ue chömme, gsei sie, wie's im Daniel geit, ond sie
                   stuune, was dä aues het chönne mache. Dr Aupabzog chonnt, de Daniel geit zrogg i Äbnet use.
                       Eines Tages ghört er, wie si Vatter met eme Zemmermaa redt. Die wei dä Spycher, wo im
                   Wäg esch, uf d’Siite rume ond ame nöie Ort ufstöue. De Vatter seit de no zom Zemmermaa: «Pass
                   uf, muesch Bauke för Bauke usänandnäh. Ech wott, dass dä Spycher ganz bliibt.» Do frägt sech
                   de Daniel: Worom hanech de so vöu Chraft? Är geit äne, packt de Spycher, löpft n'e ab ond setzt
                   n'e of die vier nöie Fondamänt. Wo de Zemmermaa das gseht, macht är nome no z'Chrüz ond seit
                   zom Vater vom Daniel: «Da ben ech gloubi am fautsche n'Ort.» Ond är geit.
                       De Früehlig druf geit de Daniel weder of d'Risete-Aup. De Schnee het d'Hötte zämedröckt,
                   aber de Daniel het etz so vöu Chraft, dass är die ganz allei nöi duet ufboue. Es het sech do im
                   ganze Äntlibuech omegredt, dass de Daniel eso vöu Chraft het ond dass är e Schwenger wär.
                   D'Äntlibuecher hei nämlech gäge d'Ämmitauer a de letschte Schwengfäscht emmer verlore. Vor
                   auem het sie gwormet, dass sie niemeh hei chönne de Königstetu hei hole. Ond sie hei zom Da-
                   niel gseit, bem nächschte Schwengfäscht im Sörebärg, da möss är ufe Platz. Das Schwengfäscht
                   esch do cho, die hei gschwonge, z'erscht die Gringere gägenand. Einisch het e n'Äntlibuecher
                   gwonne, de weder e Ämmitauer. Ond wo's do ome Königstetu ggange esch, esch ä grüslig ä                        NATUR
                   grosse Ämmitauer ufgstande, ond of dr andere Siite dä Gränggu Daniel. De Ämmitauer het nome
                   glachet ond het gseit: «Ome gäng bliibe n'i däich Schwengerchönig.» Ond de hei die zwe zäme
                   griffe. De Schwengerkönig usem Ämmitau het sofort gmerkt, das es nid so eifach geit. De
                   Daniel, dä het eifach Stand gha, ond do het är aagfange zieh ond dröcke. De Ämmitauer het
                     agfange schwitze. Es het ihm sogar z'Bluet zo de Adere us dröckt. Ond de machts «hopp», ond de
                   Ämmitauer liit ufem Rögge. Ändlech hei d'Äntlibuecher weder ämau ä Schwengerkönig gstöut.
                   Dröi Jahr später esch es no einisch so wiit choo. De Daniel gwönnt wieder gäg dä glich Ämmitauer.             MUNDART
                   Veli Jahr später seit sich de Daniel: «Was wott ech, jede Morge vor Sonne-Ufgang dröimau i die
                   Wörze iebisse. Ech ha gnueg Chraft, so lang das ech etz no läbe.» Är het a Schufle greicht, esch
                   met dere Wörze i ihre Waud ue d'obe a de Bramegg ond het die zwösche Steine inne onder Miesch
                   ond Efeu-Ranke verlochet.



                                                                  Die Sprache, besonders auch unsere Mundart,
                                                                  ist ein Kulturgut.
                                                                  In der aktuellen Zeit vermindern fliessendere Grenzen zwischen
                                                              den Regionen und die steigende Mobilität die Ausprägung der lokalen
                                                              Spracheinheiten. Auch der Entlebucher Dialekt ist immer weniger in
                                                              Reinform zu hören. Der Entlebucher Kunstverein lanciert deshalb ein
                                                              kleines Projekt. Unter dem Namen «Äntlibuecher Hörschätz» sollen
                                                              typische Geschichten aus dem Entlebuch mit ursprünglichem Dialekt
                                                              aufgezeichnet und zur Verfügung gestellt werden. Als Sprecher mit
                                                              urchigem Dialekt hat sich Richard Portmann, Entlebuch, zur Ver-
                                                              fügung gestellt. Richard erzählt seit Jahren Sagen im Rahmen von
                                                              Exkursionen der Biosphäre Entlebuch. Als Quelle dient ihm das Buch
                                                              «Sagenhaftes Entlebuch» (1993) von Frieda Schnyder. Richard hat
                                                              eine Vielzahl dieser Sagen im Tonstudio in Entlebuch eingesprochen.
                                                              Die Entlebucher Brattig publiziert in einer Serie eine Auswahl dieser
                                                              Sagen, aufgeschrieben von Markus Felder. Mit den QR-Codes haben
                                                              die Leserinnen und Leser direkt Zugriff auf die Audio-Dateien und
                                                              können sich diese Hörschätze anhören.




                   Mit dem Scannen dieses                         Markus Felder
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                   Text. [Aufnahme: zVg]                          Mitglied der Brattig-Kommission
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