Page 64 - Entlebucher Brattig 2023
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Links im Bild das Guggerli,
rechts davon der Hof Gugger
in Doppleschwand.
Kommen wir zur Bedeutung der Namen einiger der Büelhof hat sich also nicht im Gebiet des heutigen
27 Höfe. Stalden (heute Obstalden), zum Beispiel, Klosterbüels befunden, sondern im Gebiet Klusen. Die
bedeutet einen ansteigenden, steilen Weg. Der Name Vermutung liegt nahe, dass es sich um die heutige
kommt im ganzen Entlebuch vor, meistens mit Zusatz- Liegen schaft Büelti handelt.
bezeichnungen wie Staldegrabe oder Staldeweid.
Geschichtsträchtig ist die Rehärze. Der Name setzt sich Doch wo befand sich Das Gut an der Gassen? Gässli,
zusammen aus dem Tiernamen Reh und dem schweizer- Gass bezeichnet den Durchgang zwischen Häuserreihen.
deutschen Wort Härz. In alten Schriften wird von einer In Schüpfheim kennen wir die Feldgasse, wobei die
geheimnisvollen Burg auf Reherzen und einem unterirdi- Bezeichnung Gasse auch Feldweg bedeutet. Erika Waser
schen Gang gesprochen. Das passt doch gut zur Nach- bezeichnet den Hofnamen Gassen, gleichbedeutend wie
barliegenschaft Färlisbach – das tönt nach Verliess, wie Das Gut an der Gassen, als einen Hof, der zum Kirchgang
das in einer Urkunde von 1433 erwähnt ist: «Gegen die Entlebuch gehörte und zwischen der Ey und dem ehema-
engi inn den verlissbach.» Das Verliess am Bach! Span- ligen Hof Büel oder Büelmatten im Chluse zu lokalisieren
nend, macht gwundrig! Doch Erika Wasser holt uns auf ist. Auch dieser Name wird 1551 urkundlich erwähnt:
den Boden der Realität zurück und deutet den Namen «1551 der volgenden zwanzig unnd siben höfen … dess
Färlisbach mit der Bezeichnung eines jungen Schweines, hoffs zu der oberen ey … dess gutts an der gassen …
einem Färli. dess hoffs zum buel … dess hoffs im holtz gut.»
Gwunder erzeugen ganz speziell die beiden Hofnamen Das Gut an der Gassen lag also im Dreieck zwischen
Büelhof und Das Gut an der Gassen. Sie sind heute nicht dem heutigen Eyhof, dem (vermutlich) Büelti und dem
mehr vorhanden. Büel bedeutet eine Hügelform. Diese Holzguet. Wo genau, das bleibt noch ein Geheimnis.
Grundform finden wir an vielen Stellen im Entlebuch. Aber gwundrig wie ich bin, werde ich dazu weiter
In Schüpfheim gibt es den Klosterbüel, der bis zum Klos- recherchieren.
terbau 1659 Windbüel genannt wurde. Doch der bei den
27 Höfen erwähnte Büelhof wird in einer Urkunde von Guido Schumacher-Zysset, *1955, Schüpfheim
1551 als ein Gut im Chluse, die Büelmatte erwähnt: Hobby-Namensforscher
«1551 der volgenden zwanzig unnd siben höfen … dess
hoffs zu der oberen ey … dess gutts an der gassen …
dess hoffs zum buel … dess hoffs im holtz gut.» Dieser

