Page 63 - Entlebucher Brattig 2023
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Alp Guggenen Blick auf Rehärze vom Färlisbach her.
[Bilder: Guido Schumacher]
Aus dem Verb gugge(n) gehen auch die Liegenschafts- Es waren dies:
namen mit der Bezeichnung Gugger hervor. In Dopple- 1. Rehherzen, 2. Oberbach, 3. Niederbach, 4. Kummen,
schwand befindet sich der Gugger, ein Hof mit schöner 5. Afholtern, 6. Stalden, 7. Emmenegg, 8. Grupen,
Aussicht. Darüber liegt etwas kleiner das Guggerli. Steil 9. Unterburg, 10. und 11. Ober- und Unterwolischwand,
über den Liegenschaften Althus und Moos in Escholz- 12. Achermannshof zu Wolischwand, 13. Böslehn,
matt liegt der Tannegugger. In früheren Zeiten ist er 14. Wilischwand, 15. und 16. Ober- und Niederlindenbüel,
auch Moosgugger oder Guggerbärg/-weid genannt 17. Die obere Ei, 18. Das Gut an der Gassen,
worden. In der Umgangssprache ist der Gugger ja auch 19. Der Büelhof, 20. Das Holzguet, 21. bis 24. Vier Höfe
die Bezeichnung für den Kuckuck. Und so kann es durch- zum Wissenbach, 25. Siggenhusen, 26. Die Schwand,
aus sein, dass an einer dieser aussichtsreichen Gugger- 27. Vogelsperg
Liegenschaften im Frühling auch der Ruf des Guggers
zu hören ist. Zu dieser Zeit gab es keine Gemeindebehörden im heuti-
gen Sinne. Die kirchliche Gliederung unseres Tales war
27 Höfe – die Kirchhöri von Schüpfheim allein in Kirchhöri ausgebildet und bildete später die
Grundlage zur heutigen politischen Gliederung. Da die
Bei meinen Recherchen über einen Beitrag zur Entste- Kirche in Entlebuch vor der ersten Kirche in Schüpfheim
hung der «Kirchhöri von Schüpfheim» war oftmals von bestand, waren diese 27 Höfe zur viel älteren Kirche von
den «27 Höfen» die Rede. Mich hat es gwundrig gno, Entlebuch zehntenpflichtig. Der Zehnten, auch in Klein-
was es mit diesen auf sich hat, und so habe ich mich oder Grosszehnten aufgeteilt, bestand aus Abgaben aus
damit vertieft auseinandergesetzt. dem Ertrag des Bodens an die Kirche.
Die Besiedelung von Schüpfheim erfolgte vor rund Eine erste Kirche in Schüpfheim ist um 1489 erwähnt.
tausend Jahren über die sonnige Flanke am linken Die Bewohner der 27 Höfe mussten jedoch trotzdem
Emmenufer. Nach der Rodung entstanden sogenannte nach wie vor ihre Kirchenpflichten in Entlebuch erledi-
Grosshöfe, 27 an der Zahl. Sie dürfen zu den ältesten gen und auch dorthin zehnten. Dazu hatten sie auf dem
Liegenschaftsnamen von Schüpfheim gezählt werden. Weg nach Entlebuch auch noch die inzwischen errichtete
Pfarrei Hasle zu durchqueren. Die Kirchhöri von Schüpf-
heim dagegen stand ärmlich da. Erst um 1600 erfolgte
die Zuteilung der Höfe an die Kirche Schüpfheim.

