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           Auf dem renaturierten Militärschiess-                                             Hausrotschwanz-Weibchen
           platz «Wagliseichnubel» mit kleinen                                               Graureiher
           Teich biotopen finden sich nun zahllose
             Lebewesen – rechts eine Auswahl.

               Mittlerweile ist der Adlerbestand wieder nahezu gesät-  Nach 70 bis 80 Tagen machen die adulten Adler dem Jung-
           tigt. Rogenmoser sagt: «Ich beobachte seit Jahren, wie Adler   vogel klar, dass er nun aufzubrechen hat. Sie werfen die Beute
           leben.» Ein Schauspiel, wenn sie im Frühjahr balzen, Girlanden-   abseits des Horstes hin. Der hungrige Vogel turnt erst herum.
           Flüge durchführen und miteinander kopulieren. Ende März   Traut sich noch nicht zu fliegen. Ruft jämmerlich. Doch der
           sitzt dann vorab das Weibchen auf zwei Eiern. «Bis die Jungen   Hunger ist zu gross. Plötzlich wagt er den Sprung ins Unge-
           schlüpfen, dauert es 40 bis 45 Tage», weiss Rogen moser. Meist   wisse, und schon bald sieht man ihn mit den Alten am Himmel
           kommt nur ein Jungvogel auf. Der stärkere greift sich die Nah-  kreisen. Auch Jagen lehren die Alten den Kleinen: Jungrehe
           rung stets zuerst, wird stärker, während der andere schwä-  oder Füchse, Gämskitze, Hasen, Murmeltiere, Raufusshühner.
           chelt und schliesslich eingeht.                       «Manchmal holen Adler sich zum Ärger der Bauern auch eine
                                                                 Katze oder ein Lamm. Sobald die Altvögel wieder brüten wol-
               Die Zeit bis zum Aufbruch des Jungadlers          len, ist der Jungvogel nicht mehr erwünscht. Nun soll er auf-
               Während Paul Rogenmoser den Horst tagelang beobach-  brechen. Zu neuen Ufern hinter dem Horizont! «Ich habe auch
           tet, macht er, rund um ihn herum, immer auch überraschende   schon beobachtet, wie die Alten den Jungen regelrecht weg-
           Entdeckungen. «Einst, früh im Jahr, fielen mir viele Kolkraben   jagten», erzählt Rogenmoser.
           und Bussarde auf, und beim genauen Hinschauen entdeckte
           ich am Boden eine aufgebrochene Hirschkuh», erzählt er. Auf   Wo Biotope einen «Aufbruch» erleben
           den Adler habe er vergeblich gewartet, doch plötzlich sei ein   «Aufbruch» – das Motto der Brattig 2024 – hat aber auch
           Wolf gekommen und habe sich bedient. «Ein anderes Mal be-  noch eine zweite, eine geologische Bedeutung. Da steht es für
           obachtete ich den Jungadler auf einer Bergwiese, da bemerkte   Veränderungen der Landschaft, die durch Erosion, Ab- oder
           ich in seiner Nähe plötzlich auch einen neugierigen jungen   Aufspaltung von Felsen entstehen. Bisweilen aber bricht auch
           Luchs», erzählt Rogenmoser.                           der Mensch intensiv genutzte Landschaften nach Jahren wie-
                                                                 der auf, um ihnen ihre Biodiversität zurückzugeben. Renatu-
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