Page 81 - Entlebucher Brattig 2019
P. 81
080
wie einen roten Faden. Die graphische Gestaltung
ist für die 80er-Jahre innovativ und originell.
Die Bilderauswahl zutreffend und vielseitig, entspre-
chend dem Prolog zu Goethes Faust: «Wer vieles
bringt, wird manchem etwas bringen.» Georges
freute sich, dass sein ehemaliger Schüler, der Grafiker
Beat Haas, 1995 seine Nachfolge als Gestalter ange-
treten hatte.
Erfolgreiche Fronarbeit
Die Brattig ist eine bleibende Erinnerung an Georges
Bühlmann. Sie ist heute zur festen und vielbeachteten
Institution geworden. Sie ist immer noch auf Idealisten
ideenreich, humorvoll und stets pragmatisch. Er mass angewiesen, zu Beginn aber brauchte es Pioniere
die Brattig an ihrer Kernaufgabe und die Themen an mit Mut, Zuversicht, zielbewusster Schaffenskraft
ihrem Gehalt und ihrer Realisierbarkeit. Er verstand es und das alles um Gottes Lohn. Wir hoffen, dass
auch, aus seinem breiten Bekannten- und Freundeskreis Georges ihn nun reichlich erhalten hat. Die Brattig
Mitarbeiter zu gewinnen, um den Lohn eines Nacht- dankt – und hier würde Georges schallend lachen –
essens für die Brattig tätig zu sein. Die nahe Zusammen- ihrem Übervater.
arbeit mit dem ersten Chefredaktor Dr.Hermann Bieri
an der Kantonsschule Schüpfheim erwies sich als ausser- Beat Ineichen,*1943, Escholzmatt
ordentlich glücklich und das Lehrerzimmer der Schule ehemaliger Hausarzt in Marbach
blieb die erste Redaktionsstube, die, wie sich das gehört,
neblig verraucht von Georges Zigaretten, abendfüllende, Aus «Georges Bühlmann – SEIN WERK», herausgegeben
interessante und ebenso humorvolle Diskussionen am 27. Februar 2002 vom Lions Club Entlebuch
anzuhören hatte und Zeuge unzähliger geschmiedeter
Pläne wurde.
Der Gestalter Georges Bühlmann
• 27. Februar 1932
War jeweils nach Mitte Jahr die Aufgabe des Chef- geboren in Schüpfheim
redaktors beendet, begann just in der Ferienzeit die Auf- • Malerlehre
gabe, die Brattig graphisch entstehen zu lassen. Was • Aufenthalt in Holland
beim Durchblättern einer Ausgabe beinahe als selbst- • 1953 –1957
Studium in München
verständlich erscheint, ist die Schönheit und die anspre- • 1959 –1962
chende Erscheinung des Produktes. Unzählige Stunden Zeichenlehrerausbildung
verbrachte Georges in der Druckerei, um für jede neue an der Kunstgewerbeschule
Brattig ein massgeschneidertes Gewand zu schneidern. Luzern
Dies in einer Zeit, da der PC zu den Wunschträumen • 1960 –1995
Zeichenlehrer an der
gehörte und die drucktechnischen Möglichkeiten noch
Kantonsschule Schüpfheim
um Generationen zurücklagen. Blättern wir in den ersten • 15.Juni 1999
Jahrgängen der Brattig, finden wir Georges‘ Handschrift gestorben in Schüpfheim

