Page 85 - Entlebucher Brattig 2019
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Der Jugendbrunnen
Infolge einer Strassenkorrektion nach dem Zweiten Welt-
krieg entstand zwischen der Kantonsstrasse und der
Bahnhofstrasse in Schüpfheim ein Vorplatz, der zur Aus-
schmückung einlud. Der Inhaber der benachbarten
Firma Muther & Cie., Franz Josef Muther (1880 –1957)
dachte an einen Zierbrunnen und bot dafür, wie es hiess,
«eine gefällige Plastik schenkungsweise» an. Beiträge
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der Gemeinde, der Wasserversorgung und der Nachbarn
ermöglichten die Erstellung eines Platzbrunnens.
Der Bildhauer Paul Walter Adam, Bad Ragaz (1905 –1982)
schuf ein «munteres Bubenpaar», nämlich einen schlauen
Älplerbuben mit einem wissensdurstigen Dorfschul-
buben, welche mit jungem, klarem Wasser eine fried-
liche Welt voll Zuversicht und Hoffnung verkörpern
sollten. Daher erhielt der Brunnen den Namen Jugend-
brunnen, während er im Volksmund «Mutherbrunnen»
genannt wird.
Der Brunnen wurde 1947 erstellt. Die Arbeiten wurden
durch Alessandri und Rogenmoser, Franz Josef Zihl-
mann, Adolf Alessandri, Richard Stadelmann, Theodor
Baumeler und Jakob Dängeli ausgeführt. Die Baukosten
beliefen sich dank Entgegenkommens der Baufachleute
und Materiallieferanten auf insgesamt 1758.75 Franken.
Daran bezahlten Franz Josef Muther 900 Franken, die
Gemeinde Schüpfheim 500 Franken, die Wasserversor-
Der Jugend- oder Mutherbrunnen gungsgenosssenschaft sowie Theodor Baumeler-Port-
stammt aus dem Jahr 1947 und mann 100 Franken und die Firma Muther & Cie. die Res-
steht an der Gabelung der Kantons- 5
und der Bahnhofstrasse. tanz von 158.75 Franken.
Auf Einladung des Grundbuchbereinigungsamtes
kehrsverein den Auftrag erteilte, «durch den Architekten Schüpfheim fand am 12. März 1963 eine Besprechung
ein Projekt ausarbeiten zu lassen für die Schaffung eines über die Eigentümerschaft am Brunnen und allfällige
Dorfbrunnens, der dem Dorfgebilde angepasst ist.» Die Dienstbarkeiten (Wasserrechte) statt, an welcher fest-
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Gemeindeversammlung vom 18.März 1934 ermächtigte gestellt wurde, dass die Einwohnergemeinde Schüpfheim
den Gemeinderat, den Dorfweiher eingehen zu lassen das Eigentum am Brunnen anerkannte, dass hingegen
«und im Verein mit dem Verkehrsverein einen gediegenen, von der Wasserversorgung kein dingliches Wasser-
dem Dorfbilde angepassten Dorfbrunnen zu schaffen» . bezugsrecht für diesen Brunnen gewährt, aber auf
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Der neue Brunnen, der im Volksmund als «Adlerbrunnen» Zusehen hin Wasser geliefert werde. 6
bekannt ist, wurde von den Architekten Theiler und Der renovationsbedürftige Brunnen, der zurzeit still-
Helber entworfen. Der schmucklose ringförmige Brunnen- gelegt ist, gehört zum erhaltenswerten Bauinventar der
trog ist umrahmt von einem kleinen Natursteinplattenweg. Gemeinde Schüpfheim (Ortsbildinventar 1982,
Der zylindrische, mitten im Trog angeordnete Brunnen- Bauinventar 01.01.2012).
stock enthält vier gleichmässig verteilte Wasserläufe. Der
Stock wird abgeschlossen durch eine in Gusseisen Dorfbrunnen beim Kreuz
ausgeführte stilisierte Kugel.
Im Ortsbildinventar von 1982 wird der Brunnen als in Anstelle des vorderen Waschhauses steht zwischen
künstlerischer und materieller Ausgestaltung hoch- der Friedhofmauer und dem Hotel Kreuz ein einfacher
wertige Brunnenanlage charakterisiert, welche durch Wasserbrunnen. Das Wasser dieses Brunnens stammt
die zentrale Lage im Ortsbild prägend verankert aus einer privaten Quelle in der Pfrundmatte.
und erhaltenswert sei. Jeweils im Sommer erhält der
Brunnen durch den Verein T o urismus Schüpfheim einen
prachtvollen und sehenswerten Blumenschmuck.

