Page 136 - 011021023003___01_06.indd
P. 136

134






           Angela Nussbaum-Thalmann

           «I wet, I wär…»




           Ä Chindergschicht vo dr Chatz Ratz Fatz












           Eifersucht und Neid gehören zur natürlichen Gefühlspalette   D Chatz Ratz Fatz wohnt ufem Hoof Arvehübili zmitzt im
           eines jeden Kindes – und übrigens auch von Erwachsenen! Neid   schöne Äntlibuech. Eigentlech heisst sie ja «Zisi». Aber wäär
           scheint oft deshalb so bedrohlich, weil man davon ausgeht,   wot hützutags scho «Zisi» heisse?! Sie het äs chöschtligs Chat-
           dass andere etwas haben oder können, was für einen selbst   zeläbe, üsi Chatz Ratz Fatz. Chönnt mer meine! Nume, hüt wot
           niemals zu bekommen ist. Aber ist das tatsächlich so?  aues abverheije. Zu rächt het sie ä wunderligi Luune: Wie jede
               Dass das «Graas änet em Züündli» machmal gar nicht   Morge gumpet sie dür ds Bünistägli ab. Aber dää Morge isch
           wirklich besser ist, merkt man oft erst im Nachhinein. Ein Be-  das ender äs Räble gsi! No chli schlaafsturm het sie ä Chnopf
           wusstsein, dass Möglichkeiten von anderen nicht automatisch   id Bei übercho, dr underst Tritt verpasst und e Ränzler gmacht.
           die Unmöglichkeit für die eigene Person bedeuten, braucht   Ganz ghüüslet gwagglet sie ids Müuchrüümli. Was?!! Das gits
           etwas Zeit. Wie diese negativ behaftete Emotion auch positiv   ja nid! Isch sie hüt würkli sone Lamaaschi gsi und het ihres
           genutzt werden kann, wenn die Erkenntnis der eigenen Stär-  Schüssili Müuch verpasst, wonere dr Buur süsch aube parat
           ken und Bedürfnisse, Dankbarkeit oder die aus Neid entste-  macht wäret em Mäue? Nid emau chli zwüsche dä Öhrli flattiert
           hende Motivation als Startschuss für persönliche Entwicklung   het är sie! Muuderig täupelet sie dervo.
           gesehen wird, soll diese Kindergeschichte lebhaft und humor-
           voll darstellen.                                          Äso het d Chatz Ratz Fatz gar kei Viduz gha ds muuse.
                                                                 Verrusse under em Lindeboum trifft sie ihri Fründe und muss
                                                                 ne sofort ihres Eländ klage. D Chueh, ds Chresi, maalet seele-
                                                                 ruhig anere Schmääle und macht groossi Ouge. «I wet, I wär
                                                                 ou emau ä Chueh!», bauget d Chat Ratz Fatz mit em Chresi.
                                                                 «Dier wird ds Fuetter gäng diräkt vor d Schnöre zwäggleit,
                                                                 ohni das muesch äs Gleich tue! Keis Wunder bin ich, armi Busle,
                                                                 afe sone Megerlig! Und sit d Müüs usegfunde hei, wo das dr
                                                                 Buur d Habersäck versorget, hei sie plötzlech ou no gleitigi
                                                                 Bei überchoo.»























           [Illustrationen:
           Angela Nussbaum-Thalmann]
   131   132   133   134   135   136   137   138   139   140   141