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           Richard Portmann

           137-mal mit gepacktem Rucksack


           aufgebrochen




           Alle markierten Wanderwege in der Region Entlebuch abmarschiert








                                                                 Es ist der 27. Oktober 2022, später Nachmittag, aber noch son-
                                                                 nig und warm. Meine Frau Vreni und ich schlecken auf dem
                                                                 Postplatz in Flühli eine Glace und blicken dabei mehr als ein-
                                                                 mal hinauf zum Strick. Auf diesem Schrattengipfel sind wir vor
                                                                 wenigen Stunden gestanden. Es war unsere letzte Tour in ei-
                                                                 nem Projekt, das uns seit dem 7. Mai 2020 insgesamt 137-mal
                                                                 aufbrechen liess. Aufbrechen zu kürzeren und längeren Wan-
                                                                 derungen auf allen gelb, rot-weiss und blau-weiss markierten
                                                                 Wegen in der Region Entlebuch. Einen grossen Teil des Weg-
                                                                 netzes kannten wir bereits, es blieben aber Dutzende Kilo-
                                                                 meter, über die wir zusammen oder ich alleine noch nie gegan-
                                                                 gen sind. Es gab auch Abschnitte, auf denen wir seit «ewigen
                                                                 Zeiten» nicht mehr gewandert und deshalb die Erinnerungen
                                                                 daran verblasst waren.
                                                                     Das Glacekübeli ist nun leer, gleich hält das Postauto, wir
                                                                 steigen ein, verschwitzt und müde, aber ungemein erleich-
                                                                 tert, unser Vorhaben von A wie Arniberg bis Z wie Zeugmoos
                                                                 unfallfrei bewältigt zu haben.

                                                                     In Erinnerung bleibt vieles
                                                                     «Welche Tour hat euch am besten gefallen?» wurden wir
                                                                 etwa gefragt. – Der nächtliche Marsch an Silvester bei Voll-
                                                                 mond entlang der Emme zwischen Entlebuch und Schüpfheim?
                                                                 Über den tannnadeligen Teppich beim endlos langen Schlie-
                                                                 rengrat? Durch die steile Nesslewäng aufs Rothorn und das
                                                                 «gäche» Lättgässli hinunter? Von der Marbachegg hinauf zur
                                                                 Schrattenflue mit Chlus-Übernachtung und dann hinüber zu
                                                                 den Hächlezänd? Die Tour vom emmentalischen Fankhus auf
                                                                 den Napf und hinab nach Bramboden? Bei Geflöckel auf den
                                                                 Schneeschuhen rund um den Schafberg? Vom Steinhuserberg
                                                                 hinunter zur Wiggere und entlang des lauschigen Bachs nach
                                                                 Wolhusen? Oder etwa doch die letzte Tour auf den blau-weiss
                                                                 markierten Strick in Begleitung unserer Tochter Anita mit ihrer
                                                                 Kollegin Karin? – Wir können uns nicht entscheiden, weil es
           Barfuss-Kilometer erfrischen
           Körper und Geist. Richard Portmann                    auch auf den «Durchschnittswanderungen» immer wieder
           am Hilferepass, Flühli.                               Strecken gab, die uns begeisterten.
           Knorriges reizt zum Betrachten und
           Fotografieren. Vreni Portmann auf
           dem Schlierengrat, Entlebuch.
           [Bilder: Richard Portmann]
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