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                                                                                             Kathrin Affentranger zeigt mir ihre
                                                                                             bereits ausgestellten Zeichnungen.
                                                                                             Sie nennt mir deren Namen und wel-
                                                                                             che Gedanken oder Inspirationen
                                                                                             dahinterstecken.







               Der Entscheid, den Weg zur Zeichnung einzuschlagen, sei   ken hervor. Viele davon habe ich bereits einmal im
           zwar naheliegend gewesen, aber nicht einfach. Sie führt aus:   Kunstmuseum Luzern gesehen. Sie führt ihre Gedanken hinter
           «Ich habe schon immer gezeichnet, dieser Ausdruck bezog   den verschiedenen Formen und Farben aus, sagt mir, welcher
           sich jedoch aufs Private, die eigenen vier Wände.» Bedenken   Name jedes einzelne Kunstwerk trägt.
           gab es insbesondere in Bezug auf den Ausdruck: «Ich war mir   Manche Bilder wirken verspielt, lustig, andere tragen et-
           nicht sicher, ob ich die Arbeit auf Papier als limitierend emp-  was Geheimnisvolles, Mystisches in sich. Alle regen zum Nach-
           finden würde. Nicht nur, weil ich es gewohnt war, 3D zu gestal-  denken an. Ich bin beeindruckt davon, wie weich gewisse Pa-
           ten, sondern auch, weil die Grösse eines Objekts von Anfang   pierflächen wirken, beinahe textil. Und wieder zeigt sich die
           an durch das Blatt begrenzt ist.»                     physische Komponente in Affentrangers gestalterischem Aus-
                                                                 druck, ebenso der damit verbundene Durchhaltewillen. Beide
               Doch Affentrangers Zweifel bestätigen sich nicht, im Ge-  trägt sie unablässig in sich und sie zeigen sich, sei es im Sport
           genteil, sie findet eine neue Unabhängigkeit: «Die weissen   oder in ihrer kreativen Arbeit, auf vielfältige Weise.
           Flächen des Papiers bieten mir eine Art schwerelosen Raum,
           in welchem ich ganz neue Formen und Figuren zum Leben er-  In «Love Stories» dreht sich alles um Gefühle und die da-
           wecken kann.» Die neu geschaffenen Freiheiten entbanden die   zugehörigen Geschichten und Kontexte. Kathrin Affentranger
           Künstlerin zusätzlich aus der Abhängigkeit, bereits am Anfang   macht einen zufriedenen Eindruck. Sie scheint für sich eine
           eines künstlerischen Prozesses zu wissen, wo das vollendete   neue, passende Ausdrucksform gefunden zu haben, vielleicht
           Werk ausgestellt wird. In der Arbeit auf Papier fühlt sich Ka-  eine ganz eigene Love Story.
           thrin Affentranger unglaublich wohl, sie schwärmt: «Durch die
           Bewegungen mit den Farbstiften kann ich mich sehr unmittel-  Mehr Informationen zu Kathrin Affentranger, ihrer Arbeit
           bar ausdrücken, das gefällt mir.»                     und aktuellen Ausstellungen sind auf ihrer Website zu finden:
                                                                 kathrinaffentranger.com


               Love Stories
               Seit Affentranger sich entschieden hat, Zeichnungen ins   Jana Wicki, *1994, Flühli/Biel
           Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit zu rücken, veröffentlicht   Studium der deutschen und englischen Literatur,
           sie Werke rund um den Arbeitstitel «Love Stories». Die zuerst   Lehrperson
           intime Gewohnheit hat sich zur öffentlichen Arbeit verscho-
           ben. Weniger intim wurde diese deshalb aber nicht. Affentran-
           ger holt ihre Sammelmappe mit den bereits ausgestellten Wer-
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