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NATUR
Lukas Schär begrüsst die Gäste
des Kapello in Wolhusen.
[Bilder: Martina Jud]
Mundart
Das Kapello in Wolhusen
Guten Tag. Mein Name ist Kapello. Ich wurde im Jahr 1918 geplant, wurde ich vom Gotteshaus zum Restaurant Kapello. LOKALES
im Auftrag von Eduard Geistlich durch die Architekten Müller Mit dem Konzept von einem Gasthaus konnte ich gut leben.
und Freytag geplant und errichtet. Meine Mauern waren das Was gibt es Schöneres für einen alten Bau wie mich? Es verän-
Versammlungslokal für die reformierte Gemeinde der Täufer. dert sich nur die äussere Schale. Zwei junge Menschen haben
Ich war ein Ort des Halts für zugewanderte Arbeiter der Firma mir neues Leben eingehaucht, obwohl ich ein Ort der Zusam-
Geistlich. In mir wurde gepredigt, gesungen, gegessen und menkunft geblieben bin. In mir wird das Brot gebrochen und
gelehrt. Meine Ohren haben Familiengeschichten mit Freud der Wein geteilt – wie früher. Natürlich im übertragenen
und Leid vernommen. Dann kam eine Zeit des Vergessens, in Sinne, denn die Grillspezialitäten sind in der Region bekannt.
der sich Stiftungen um mich kümmerten, aber ich wurde nicht Ich habe mich zum Speiselokal gemausert. In mir erklingen
beachtet. 2012 war es so weit. Ich fiel in neue Hände. Lukas wieder Lieder bei Events und anderen Anlässen. Bei Banketten
und Eveline Schär, die bereits drei Jahre in meinen oberen und verschiedensten Zusammenkünften höre ich Lebensge-
Räumen gewohnt hatten, entwickelten eine Vision für die Ka- schichten, genau wie damals. Wenn Lukas mit Eveline plant,
pelle. Sie erkannten meinen Charme und ich bin sicher, sie dann bin ich stets ein Teil davon. Sie haben sich mit mir den
spürten mich. Ich wurde zu ihrem Projekt, welches andauern Traum von ihrer Selbstständigkeit erfüllt. Seit zehn Jahren
sollte, solange es Freude bereitet. Nach zehn Jahren gähnen- sind sie sich treu und erfinden Neues dazu, wie zum Beispiel
der Leere freute ich mich gemeinsam mit meinen neuen Besit- die Kotas Grillhütten, in denen ein offenes Lagerfeuer brennt
zern auf den Aufbruch in eine neue Zeit. In meinem Gottes- und wo beim Blick in die Flammen eventuell auch von anderen
dienstraum wurde hart gearbeitet. Vieles aus alten Zeiten Aufbrüchen geträumt wird.
verschwand, aber einen Teil behielten sie für die Innen- und
Aussenbereiche. So fühlte sich die Trennung von meinem eins-
tigen Gesicht nicht allzu hart an. Natürlich machte ich mir Sor-
gen, denn ich hatte in den fast 100 Jahren schon so viel erlebt. Mit dem Scannen dieses
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Andererseits freute ich mich auf unsere Zukunft. Sorgfältig Bilder. [Bilder: zVg]

