Page 45 - Entlebucher Brattig 2023
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           Immer nur den orangeroten Tafeln nach


           Marsch entlang der Transit-Erdgasleitung zwischen Ruswil und Sörenberg




           Richard Portmann











           Meine Frau Vreni und ich sind zügig unterwegs, zum    sehen können, wenn die tiefstehende Sonne blendet, so
           grössten Teil nicht auf Wegen, sondern über die noch   rätseln wir etwa um die Fortsetzung der Linie. Die Schil-
           kaum frisch ergrünten Wiesen. Oft liegt Mist auf den   der sind durchgehend nummeriert, die erste bei der Ver-
           Matten, hie und da Gülle. Manchmal steigen wir tiefe   dichterstation in Ruswil mit der Nummer 001, die letzte
           Tobel hinunter und kraxeln auf der anderen Seite hoch.   am Rothorn-Tunnelportal oberhalb der Alp Witenlaue-
           Immer wieder werden wir von Zäunen gebremst. Da       nen mit der 230. Wir machen uns einen Sport daraus,
           gibts die Elektrischen, die Stacheldrahtigen, mit Zwei-,   ja keine zu verpassen, jede Zehnte wird fotografiert,
           Drei-, Vier- und Fünffachdrähten, Elektro- und Stachel-  dazu noch diejenigen mit den Geburtsjahren unserer
           kombinierte … Wir steigern jedenfalls den Erfindergeist   Familienmitglieder.
           im Überlisten dieser Hindernisse. Mit der Querung von
           grösseren Bächen und Flüssen ist es einfacher, denn   Tunnel ist nicht gleich Tunnel
           meistens gibt es unweit der Erdgasleitung eine Brücke.
           Über die kleineren Bäche brauchts etwa einen kräftigen   Am steilen Hang südlich der Schüpfheimer Liegenschaft
           Hüpfer, da und dort eine gute Balance. Und was mit    Breitebüel gibt es vorerst keine Fortsetzung unserer
           ganz wenigen Ausnahmen überhaupt kein Problem ist,    Wanderung. Hier verschwindet die Leitung in einem
           ist das Folgen der Erdgasleitung zwischen der Verdichter-  nicht begehbaren Mikrotunnel, denn dieser wurde nicht
           station in Ruswil und dem Tunneleingang durch die     viel grösser als der Durchmesser der Rohre durch den
           Rothornkette. Denn die rund zwei Meter tief im Boden   Hügel gebohrt. Dasselbe Verfahren gab es nochmals
           gelegten Stahlrohre mit einem Durchmesser von         zwischen dem Chlusbode und dem Staufmoos. Die
           1,2 Metern sind durchwegs mit orangeroten Schildern   anderen Tunnels durch die Lammschlucht, den Fels-
           markiert. Eigentlich sollte man immer von Tafel zu Tafel   riegel beim Dorf Flühli, der fast sechs Kilometer lange






















                                                                                             Vreni Portmann überquert
                                                                                             ein Bächlein.
                                                                                             [Bilder: Richard Portmann]
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