Page 59 - Entlebucher Brattig 2019
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T a usend-Punkte-Bilder von Ems T r oxler-Bättig
Aktuelle Kunst auf der Luzerner Landschaft
Benno Baumeler
Bereits zum dritten Mal organisierten das Entlebucher- Bauplan – Muster». So versucht sie, mit einem Kern dem
haus und der Entlebucher Kunstverein die Ausstellung Geheimnis «des genetischen Ichs» näherzukommen.
«Aktuelle Kunst auf der Luzerner Landschaft» zusammen Die Werkserie zeugt von der Beschäftigung mit den
mit dem Sankturbanhof Sursee und der «ArtWillisau». ursprünglichen Erscheinungsformen des menschlichen
An der kleinen «Biennale» im Entlebuch waren vom Lebens, die die Künstlerin in eine eigenständige poetische
25.Februar bis 11. März Künstlerinnen und Künstler mit Bildsprache umsetzt. Beim Versuch, den Bauplan der
einem Bezug zur Luzerner Landschaft präsent. Ihr viel- Gene darzustellen, fragt sich Ems Troxler: Was entsteht,
fältiges Schaffen und die Qualität ihrer Werke konnten wenn ich sie übereinander drucke und Variationen
ausserhalb der grossen Zentren entdeckt werden. Aus erstelle? Die Arbeit mit den Lithografiesteinen ermöglicht
65 Eingaben hat eine Jury 15 Künstlerinnen und Künstler ihr, den Zufall zu inszenieren. Es ist somit auch der Ver-
für die Ausstellung im Entlebucherhaus und in der such, dem Zufall in unserem Dasein Raum zu geben und
Kantonsschule Schüpfheim ausgewählt. Die Künstlerin die Vielfalt von Möglichkeiten auszuloten. So ist eine
Claudia Bucher hat die drei Ausstellungsorte Sursee, serielle Arbeit mit ungefähr 47 Blättern entstanden.
Willisau und Schüpfheim mit einer Performance ver- Einen Ausschnitt dieser Arbeit präsentieren wir in der
bunden. Sie transportierte Erde oder Regenwasser von Entlebucher Brattig.
einem Ort zum anderen und entwickelte so einen inten-
siven Dialog mit dem Naturmaterial. Sie reichte ein Die Arbeiten von Ems Troxler sind fein und zurück-
Stück Natur von einem zum andern Ort weiter. Dass es haltend. Sie suchen Nuancen und arbeiten mit Misch-
im Entlebuch durchaus ein interessiertes Publikum für formen Ton in Ton. Die ganze Serie «Das genetische Ich»
zeitgenössische Kunst gibt, zeigte der grosse Publikums- zeigt eindrücklich, wie sie die Technik der Lithographie,
aufmarsch anlässlich der Vernissage. gelernt bei Otto Heigold und Carin Studer, virtuos
einsetzt. Drucken heisst für sie suchen und die Vorlage
Die Punktbilder von Ems Troxler: «Das genetische Ich» immer wieder überarbeiten, anpassen. So entstehen
Serien mit feinen Unterschieden.
Aus den in Schüpfheim gezeigten Kunstwerken hat die
Brattigkommission die Bilderserie von Ems Troxler aus Benno Baumeler, Mitglied der Brattigkommission
Willisau ausgewählt, da sie einen direkten Bezug zu
unserem Brattigthema Punkt haben.
Ihre Lithografien entstehen in seriellen Arbeitsprozessen.
Das druckgrafische Verfahren der Lithografie ermöglicht Ems Troxler • Aufbau des Jugendtheaters
die Wiederholung und Variation desselben Motivs. Am • 1951 geboren und auf- Willisau (Gründung 1993)
Beginn dieser Arbeit beschäftigte sich Ems Troxler mit gewachsen in Ruswil, jetzt • Lehrerin für Bildnerisches
wohnhaft in Willisau
Gestalten in Willisau
Kernen. Jeder Kern ist anders. Jeder Kern trägt schon • Ausbildung zur Primar- • Seit 1998 Besuch diverser
alle Informationen, alle Möglichkeiten in sich. Den Kern lehrerin in Luzern Lithografie-Kurse bei Otto
der Serie «Das genetische Ich» hat sie von allen vier • Abendkurse Figut/Akt/Objekt- Heigold und Carin Studer
Seiten gezeichnet und die Linien auf die Lithografie- studium (Schule für Gestal- an der Hochschule für
steine übertragen, die dann als Druckvorlage dienen. tung, Farbmühle) Gestaltung in Luzern
• 1973 Heirat Niklaus Troxler • Diverse Kunst- und Kultur-
Darüber legt sie ein Punkteraster, der auf jedem Blatt
• 1991 bis 2015 Kostüm- preise sowie Teilnahmen
variiert – eine künstlerische Übersetzung des Bauplans gestaltung für die Theater- an regionalen
unserer Gene. Sie nennt die Serie denn auch «Kern – gesellschaft Willisau Kunstausstellungen.

