Page 114 - Entlebucher Brattig 2019
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D Froueschüeli
Öppe 200 Meter nach der Abzwiigig zur Lourdes-Grotte Im Früehlig bin i natürlech gspannt gsi, öb die Froue-
z Marbach macht d Steiglestrass e grosse Cheer. Der aut schüeli de Winter überläbt heige. Tatsächlech, si si cho!
Wäg i ds Gebiet vo de Steigle und uf d Schratte isch Im Jahr druf sis scho zwöi drüi meh gsi, im Louf vo de
deete grad us am Steiglebach naa i d Lempere hindere Jahre han i gäng wider es paari abgstoche und näbe-
ggange und vo deet us gäg de Risete uä gstige, wo mer draa gsetzt. Me würds nid gloube, aber nach driisg
wider uf d Strass trifft. I de Lempere hets vüu Türgge- Jahre han i einisch über 100 Blüete uf öppe drei Quad-
bund-Lilie gha. A versteckte Stöue han i ou Froueschüeli ratmeter zöut.
gwüsst. Jedes Jahr ab afangs Mai bin i deet hindere ga De hets mi ou nümme groue, hie und da es paar Pflänzli
luege, öb si scho chäme, und wenns sowit gsi isch, hani z verschänke: Verwandti hei übercho, Nachbere hei über-
mängi schöni Foti vo dene säutene Pflanze chönne cho, Kollege hei übercho. Es isch ähnlech ggange wi mit
mache. de Bluetblueme: Retourmäudige und Fotene vo stouze
Nacheme Uwätter Mitti Sibezgerjahr wärs wider einisch Froueschüeli-Bsitzere si zrugg cho, sigs vo Marbach, us
naa gsi, aber ich ha vergäbe gsuecht. Der underscht Bitz andere Orte im Äntlibuech, us Obwaude, Schwyz und
vo de Lempere mit «mine» Blueme isch nümme da gsi, sogar us Züri.
d Steigle het ne ewäg gfrässe gha. Ich ha zwar scho Leider han i mitem Verchouf vo Huus und Garte ou vo
gwüsst, dass de Bode underhaub vo de Risete gägem de Froueschüeli müesse Abschid näh. Aber vorhär han i
Bach abe drückt. Deet obe het sich ja d Strass im Verlouf no es haub Dotze Büschili dävo usgstoche, i Graani-
vo de Jahre gäge zwe Meter abgsänkt. Aber ich bi rächt Gschirli gfüut und verschänkt. Für mich säuber han i ou
enttüüscht gsi und ha ddänkt: «Ich ha gäng so Sorg gha es Stöckli bhaute. Ich has ine grosse Blueme-Chübu
zu dene Froueschüeli, ha nie eis abgrisse, wüu si ja gsetzt und i de nöie Wonig ufe Balkon gstöut.
under strängem Naturschutz stöi. Was isch das fürne Und wi ds erschte Maau vor vierzg Jahre, han i mi ou itz
Naturschutz, wenn d Natur säuber ihri eigete Gschöpf wider a drüi härzige Froueschüeli dörfe fröje.
laat la kabutt gah? Si nid scho gnueg Blüemli kabutt
gmacht worde, wo si ob de Risete d Steiglestraass ver- Josef Ehrler, *1935, Marbach, pensionierter
breiteret hei?» Ufere Wanderig mit minere Frou han i Sekundarlehrer
deet einisch ufere Strecki vo guet 100 Meter underhaub
vo de Straass 20 Froueschüeli zöut. De isch gsprängt
worde. Was de Luftdruck übrig glaa het, isch vom
abgsprängte Materiaau zueddeckt worde. Kes einzigs
het überläbt.
Drum hani do haut de Naturschutz i di eigete Häd gnoo.
Im Herbscht bin i miteme Plaschtiksack und äme Schüfili
i d Lempere hindere, ha im ganze Gebiet gsuecht und
amene Ort es Stöckli abdooreti Froueschüeli gfunde. Vo
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sibne han i drüi uusgstoche, ha Waudhärd i d Täsche Die Blutblume beeindruckt mit
gfüut und ha sä i mim Garte a de Fridhofmuur zue ihren kreisrunden Blüten, die
gsetzt. Däzue han i äxtra no zwöi Zwärgfööhrili näbet an einen Farbtupfer erinnern.
äne pflanzt.
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Der Gelbe Frauenschuh, eine
geschützte wilde Orchideenart
und heimisch im Entlebuch,
hat im gelben Schuh und auf
den zwei Staubblättern rötliche
Punkte. Vielleicht fand sie des-
halb in der Legendenbildung
um die Gottesmutter Maria
Verwendung.

